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Fachgruppe Geomantie

Berichte zu den Exkursionen

2015-07-18  Eibenwald bei Paterzell

Den Bericht zu der geomantischen Begehung des Eibenwaldes können Sie sich hier downloaden:

pfeil1Download "Geomantische Begehung im Eibenwaldes bei Paterzell" (570 KB)

 

 


 

2014-10-25  Sankt Maria Loreto am Kobel bei Augsburg

Am Samstag, den 25.10.2014 um 10:00 Uhr trafen wir uns bei kaltem, feuchten Novemberwetter auf dem Parkplatz vor der Wallfahrtskirche „Maria Loreto auf dem Kobel“ in Steppach bei Augsburg.Wir sind in diesem Fall Jürgen und ich, dazu 9 interessierte Menschen, welche sich auf unsere Einladung hin angesprochen fühlten. Man kann, muss aber kein „Radi“ sein.Diese Kirche erhebt Anspruch darauf, die erste und damit älteste Loretokirche in Deutschland zu sein.An der Südwand der Loretokirche befindet sich eine Tafel in lateinischer Schrift, aus welcher auch das Besondere an dieser Kirche ist ersichtlich wird:

 „ Dieses kleine Haus
nach dem Muster und Maß des lauretanischen Hauses,
in dem das Wort Fleisch geworden ist,
gebildet mit Altar, Gnadenbild, Ornamenten und allem was zum Kult gehört,
ausgestattet
erbauten Verehrer der Großmächtigen Jungfrau unterstützt
durch die Sammelgaben
im Jahre nach Christi Geburt 1602“

Nach kurzer Vorstellung,Tagesplanung und Erklärung zu „Loreto“ gingen wir gemeinsam zu den alten Kastanien des ehemaligen Pilgerweges neben der Kirche zu einer Erdung und Einstimmung.

Die Meditation, angeleitet von Uschi, führte uns alle sehr intensiv in unsere Mitte und schnell in Verbindung zur Erde und zur Himmelskraft.

Diese Einstimmung ist sehr wichtig für die Wirkung der Teilnehmer als Gruppe, zur Wahrnehmungsöffnung auf der Ebene des Erdbewusstseins und zum Schutz.

Der Wallfahrtspfarrer, Herr Wagner, öffnete uns freundlicherweise den Haupteingang, die Kirche ist sonst nur über den nördlichen Eingang der Bußkapelle von der Seite her betretbar.

Was der Gruppe sofort auffiel - und uns erfreute - war die deutliche Schwelle am Eingang.

Aufgabe der energetischen Schwelle ist es, den Besucher vor Eintritt in den sakralen Raum durch Abladung zu reinigen und einzustimmen. Die Teilnehmer haben in der Kirche noch mehrere Schwellen wahrgenommen (rote Linien im Grundriss). Jeder Sakralraum oder Heiligtum – auch in der Natur - zeigt eine oder mehrere dieser Schwellen.

bild1-grundriss

Bei Eintritt in den Kirchenraum zieht das Heilige Haus im Vordergrund sofort alle Aufmerksamkeit an sich, die mittigen Bankreihen ermöglichen keinen direkten Zugang. Das fiel allen auf. Manche hatten den Eindruck eines Strahlens aus dieser Richtung.

bild2-heiliges haus

 

Unter der Orgelempore war die Wahrnehmung zum Teil diffus. An den beiden Säulen öffnete sich der Raum.

Die meisten Teilnehmer gingen rechtsherum nach vorn. Aber alle wollten ganz schnell ins Heilige Haus. Im Kirchenschiff, genau in der Mitte, empfanden fast alle Teilnehmer einen friedliches, behütetes Gefühl. Aber dieses Gefühl, zuhause und geborgen zu sein, war in der Mitte des Hl. Hauses noch wesentlich intensiver. Das Heilige Haus wurde als Tempel empfunden. Wir hatten die Erlaubnis, auch den hintersten Bereich, das Heilige Haus vollständig – auch hinter dem Volksaltar – für unsere Meditationen zu betreten.(Vorsicht, Alarmanlage).

Ein besonderer Ort ist rechts neben dem Altar. An dieser Stelle wird man erst einmal gebremst. Geht man weiter hinter dem Altar vorbei und unter der Madonna durch(was sonst nicht möglich ist), wurde ein Tor wahrgenommen in der Weise, als würde man dort gereinigt, etwas abgenommen, abgestreift, erleichtert.

bild3-pietaIm Kirchenschiff wurde besonders die Pieta erwähnt. Vor der Pieta war ein Gefühl der Trauer,aber nicht schmerzlich, sondern abladend, still, geklärt.

Der Hl .Rochus erinnert an die Pesttoten.

Der Heilige Michael mit Schwert und Waage passt gut in die Ecke, die wir später noch einmal von außen besucht haben.

Die Statuen der Heiligen Katharina sowie Barbara vervollständigen mit der Loretomadonna mit Kind auf dem Arm die Archetypen der schwarzen, weißen und roten Göttin, die Archetypen des Lebenslaufes in der Natur und im menschlichen Leben.

Das Langenmantelsche Wappen ziert den Übergang vom Hl. Haus zur Langkirche.

Das Deckengemälde zeigt die Verkündigung.

Die Kartuschenbilder waren zum Teil befremdlich und nicht erklärbar. Diese Kartuschenbilder entstanden in Anlehnung an den Inhalt der lauretanischen Litanei und sind Maria zugeordnet. Es bestehen in der katholischen Kirche auch Marien-Zuordnungen in Form von Symbolen, welche alle von Rom genehmigt sein müssen.Unter diesen ist keine Einzige in diesen Kartuschen zu finden, besonders nicht Pyramide und Zirkel.

bild4-pyramide

 

Titel: Undique firma (allzeit stark) gegen die Winde, die sie umstürmen

 

 

 

 bild5-zirkel

 Titel: Devia nunquam (niemals abwegig)

Maria hat den ihr vorgezeichneten Weg nie verlassen

Die Erklärungen dazu aus dem Kirchenführer(siehe oben, die Titel) konnten nicht nachvollzogen werden.

Die acht Darstellungen wurden anhand ihrer Symbolik teilweise sicher den Freimaurern zugeordnet.

Anmerkungen zu den Hintergründen der Entstehung des Hl.Hauses (1602) und des Haupthauses (1728):

Graf Anton Fugger hatte für die Kapelle seines Schlosses in Hainhofen eine Nachbildung der Muttergottesfigur des Domes in Loreto /Italien schnitzen lassen. Der Nachbesitzer, ein evangelischer Patrizier, schenkte die Muttergottesfigur seinem katholischen Nachbarn, dem Patrizier und Ratsherrn Karl Langenmantel,der für diese Figur 1602 die Kapelle in Form des Heiligen Hauses bauen ließ. Den Plan dazu hatte ihm der Regensburger Domherr Heinrich Welser aus Italien besorgt.

Die Originalfigur der Madonna in Loreto/Italien wurde 1921 durch einen Brand zerstört.

1627/28 entstand rund um die Kirche ein Pestfriedhof, der Hl Rochus erinnert noch daran.

Nach dem 30jährigen Krieg entwickelte sich die Wallfahrt und ein Langhaus wurde angebaut. 1728 wurde diese erweitert und im Laufe der Zeit mit der passenden Einrichtung versehen. 30 Jahre später entstand an der Nordseite die Beichtkapelle.

Leopold Ignatz von Langenmantel, war Dekan der Chorherrenstifte St. Moritz, in St. Peter in Augsburg; er war Jesuit, hatte weitreichende und verwandtschaftliche Verbindungen zu Petrus Canisius, einem einflussreichen Jesuiten aus Ingolstadt (die Jesuiten hatten sich innerhalb der Kirche immer mit der Wissenschaft, der Bildung und dem Lehramt beschäftigt), und einem Loretoverehrer. Unter ihm entstanden auch die Malereien und Embleme.

Heute sorgt ein Verein für den Erhalt und Fortbestand der Wallfahrtskirche. Wallfahrten finden auch heute noch statt, der Wallfahrtspfarrer wohnt im Benefiziatenhaus.

Die Legende zum Heiligen Haus:

Kreuzfahrer wollten das Elternhaus Mariens, in welchem die Verkündigung stattfand

nicht den Muslimen überlassen, bauten es ab und in Italien/Loreto wieder auf.

Dort bildete sich ein spezieller Marienkult, eine lauretanische Litanei entstand, die heute noch zur Verehrung gesungen wird.

Vertonungen gab es unter anderem sowohl von Vater Leopold, als auch von Wolfgang Amadeus Mozart (beide bekannt als Freimaurer)

Aus diesen Lobpreisungen sind die Ideen für die Embleme im Haupthaus angeblich entnommen.

weiter mit unserer Begehung:

Die Beichtkapelle (Anbau im Norden) gehört nicht zu dem Komplex. Zwei Teilnehmer konnten nach dem Besuch in der Beichtkapelle nichts mehr in den anderen Kirchenbereichen wahrnehmen und wir flüchteten uns in den warmen Gastraum und ließen es uns gut gehen. Anschließend tauschten wir unsere Erlebnisse aus und unterhielten uns angeregt über das Erlebte, vertieft durch Informationen zu Themen um die Loretokirche.

bild6-ausenansicht

 

Trotz Kälte wollten alle - wie vorgesehen - noch ein wenig im Außenbereich wahrnehmen:

Zuerst gab es im Außenbereich Ecke Haupthaus – Heiliges Haus noch etwas nach zu spüren:

Fast alle hatten den Eindruck eines vertikalen Strömens, einer senkrechten Energie, teilweise von oben, teilweise von unten und auch in wechselnder Richtung wahrgenommen, manche Bilder, wie beim Blick durch ein Tor in eine andere Landschaft. Wir einigten uns auf ein vertikales Tor, einen Durchgang mit 2 Seiten, möglicherweise ein Seelentor, welches wir bei unserer Begehung im Frühjahr nicht so intensiv vorgefunden hatten. (Vielleicht nur zu dieser Zeit besser wahrzunehmen, kurz vor dem 1. November?)

Nun gingen wir durch die kleine Kastanienallee (alter Wallfahrtsweg) in Richtung Kobelkreuz. Dieses wurde 1931 vom Kobelschutzverein zu Ehren eines Priesters als auch als Gegenstück zum nahen Bismarckturm errichtet und strahlt von Westen weit über die Stadt Augsburg.

bild7-baum

 

 

Kurz vor dem Kreuz wächst ein kleinerer Baum, an welchem wir uns alle willkommen gefühlt haben und wir erfreuten uns gegenseitig mit regem Austausch.

Ein schöner Einstieg in „Baumgespräche“.Oder waren es Kobolde, Zwerge oder alles?

 

 

bild8-kreuz

An dem riesigen Kreuz selbst war es allen nicht wohl. Einige wollten ganz schnell weg vom Leidenskreuz mit seiner mächtigen Ausstrahlung.

Nicht alle Orte fühlen sich für jeden gut an und wir haben die Freiheit, den Ort zu wechseln.

Uschi wurde von einer Stelle noch angezogen.Sie hatte eine Stelle gefunden wo Sie ganz schwach einen Landschaftsengel vermutete. An dieser Stelle hielten wir unter Jürgens Leitung unsere Abschlussrunde. Gedanklich gingen wir alle Stationen die wir besucht hatten durch, bedankten uns für alles, tönten noch kurz und verabschiedeten uns von dem Ort.

Im kuscheligen Cafe saßen wir dann noch bis ca. 17:00 Uhr fröhlich beisammen. Die Frage nach der nächsten Veranstaltung wurde in den Raum gestellt.

Nur einer der Teilnehmer benutzte kurz eine Rute. Niemand hatte das Verlangen, den Platz zu muten. Im Vorfeld haben wir das kurz angesprochen, aber einen Ort zu erleben, ist viel spannender.

Auch wenn die Schutzmantelmadonna „nur“ eine Figur ist, so liegt doch über diesem Ort ihre Energie des Geborgen-seins, des Loslassens von den Problemen des Lebens, gefasst durch die Gebäude und offen für jeden Menschen. Durch die Präsenz dieser Kraft besteht die Wallfahrt noch heute und wird dadurch gestärkt und gehalten.

Oktober 2014, Jürgen und Uschi Walter


 

2013-11-23  Kirche Sankt Anna, Augsburg

Die 2000 Jahre alte Stadt Augsburg wird durch zahlreiche heilige Orte geprägt. Einer davon, die Kirche St. Anna in der heutigen Stadtmitte, war unsere Wahl für den ersten geomantischen Schnuppertag des Fachbereiches Geomantie im RvD e.V. am 23. November 2013.

Nach der Begrüßung im Annahof an diesem grauen Novembertag machten wir uns mit den Örtlichkeiten des Komplexes vertraut. Auch der Ort schloss sich der Begrüßung durch Orgelspiel an.

Anschließend klärten wir den Begriff Geomantie, wie wir ihn verstehen und in dessen Geist die Begehung stattfinden sollte:
geo = Erde, mantik= Divination, Deutung, sprich, Deutung, Wissen über die verborgenen urbildlichen und geistig-seelischen Qualitäten von Mutter Erde als einen Teil unseres Ursprungs (materiellerKörper des Menschen).
Vorgegeben war eine Begehung einzig mit der Wahrnehmung über den Körper, Geist und Gefühle eines jedenTeilnehmers, ganz ohne radiästhetische Messinstrumente. So versuchte jeder Einzelne, die verschiedenen Bereiche bei sich und in den Gebäuden wahrzunehmen und sich Notizen zu machen. Eine Wertung war nicht gewünscht, nur eine genaue Beobachtung.

Vorher führte Gudrun noch eine sehr effektive Erdungsmeditation in einer ruhigeren Ecke des Kreuzganges durch, denn der bewusste Kontakt zur Erde, die Anbindung an den Himmel sowie die Gruppendynamik sind grundlegend für eine intensivere Wahrnehmung.

Dann startete jeder zu seiner eigenen Wahrnehmungstour:

stanna-Bild1stannabild6

 

 

 

 

 

 

 

stannabild2 stannabild3

 

 

 

 

 

 

 

 

Um 12.00Uhr trafen wir uns im angeschlossenen Restaurant zum Mittagessen, lernten uns und kurz die Geschichte der Kirche näher kennen:

  • 1275 Karmeliterkloster „an geweihter Stätte“ errichtet
  • 1321 Bau der Kirche (Ostchor)
  • 1425 Goldschmiedekapelle
  • 1446 Kreuzgang
  • 1508 Heilig Grabkapelle
  • 1508 – 1818 Fuggerkapelle

Die Karmeliter waren berechtigt, ihre verstorbenen Brüder aus dem Fegefeuer zu holen. So kam es, dass bis 1806 um die 5000 Menschen in und um die Kirche ihre letzte Ruhestätte fanden. Die zahlreichen Grabsteine mit ihren interessanten Inschriften legen davon Zeugnis ab.

Für Interessierte zum Nachsehen:
http://www.st-anna-augsburg.de
http://www.augsburgwiki.de/index.php/AugsburgWiki/SanktAnna
http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_45395
http://www.augsburgwiki.de/index.php/AugsburgWiki/Heilig-Grab-Kapelle
http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/volltexte/2013/215


Wichtig zu erwähnen: alle Kirchen/Kapellen des Komplexes sind seit Martin Luther evangelisch, nur die Fuggerkapelle ist heute noch katholisch.
Diese Doppelkirchlichkeit ist Sinnbild für den in Augsburg im September 1555 geschlossenen „Religionsfrieden“, der das Nebeneinander von katholischer und evangelischer Gotteshäuser in einem Gemeinwesen erst ermöglichte.

Anschließend fand der Austausch der gesammelten Empfindungen, Beobachtungen, Gefühle und sonstiger Eindrücke statt. Es war für alle sehr interessant, wie durch die übereinstimmenden und besonderen persönlichen Erfahrungen allmählich ein Bild vom Wesen dieses Ortes entstand:
Alle fühlten sich sehr wohl und geborgen, mütterlich behütet, die Abwesenheit von Zeit wurde empfunden, der geschützte Raum.
Aufgefallen sind auch die kunsthistorischen Schätze, die Bedeutung der Kirche für die Stadt- und Religionsgeschichte.
Der hebräische Ursprung des Namens Anna bedeutet übersetzt: Gnade, Anmut, Gebet, Mildtätigkeit.

St. Anna kann als Nekropole (Begräbnis- und Weihestätte) bezeichnet werden, was auch schon der Name der Urmutter Anna, der Mutter Mariens, ausdrückt. „Anna“ steht auch für die archetypische Ebene dieses Ortes, der die Lebensphase des Winters, des friedvollen Ruhens, der Geborgenheit des Schoßes repräsentiert.
Wir haben nur an der Südwand ein Malereifragment eines Medaillons mit der Hl. Anna entdecken können, christliche Kreuze sind auch nur vereinzelt in Bildern und am Altar der Goldschmiede zu finden, Christus ist überwiegend segnend, annehmend dargestellt.

stanna-christus1stanna-christus2

Durch die Energie dieses Ortes, der katholisch und evangelisch auch heute noch vereint, sowie anderer Kirchen in Augsburg, wo die beiden Religionen friedlich auf gleichem Raum existieren, könnte der Grundstein für die Friedensstadt Augsburg gelegt sein. Heute noch gibt es nur in Augsburg am 8. August den Feiertag „Friedenstag“, an welchem sich fremde Menschen auf dem Rathausplatz zum gemeinsamen Mahl treffen. Die Geschichte der Stadt und der Kirche weist noch zahlreiche Beispiele für Augsburg als Friedensstadt auf.

Wer möchte, kann zuhause durch map-dowsing noch weitere radiästhetische Gegebenheiten suchen.

Wir stellten fest, dass die Zeit wie im Flug vergangen war, suchten noch einmal die besonderen Stellen zum Wahrnehmen auf und nach einem Kaffee und anschließend einer Abschlussmeditation verabschiedeten wir uns gegen 16.30 Uhr dankbar von St. Anna, dem Ort, der uns so liebevoll empfangen und aufgenommen hatte.

Uschi und Jürgen Walter