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Heilsteine finden im Kiesbruch zu Gablingen

20.7.2013, Gablingen, Zufahrt zur Kiesgrube, die Sonne brennt, die Bremsen stechen, oder versuchen es zumindest, ein Kieslaster rauscht vorbei: Staub erfüllt die Luft, es ist Sommer.

Und Samstag - ein besonderer Samstag, denn Johann Mehringer und Wolfgang Bauer haben zu einem besonderen Event geladen: zwei Stunden dürfen wir - nun, nicht Steine klopfen, so aber doch suchen.

Keine gewöhnlichen Kiesel, wobei Hans Herbertz, seines Zeichens Geologe, wohl heftig widersprechen würde. Für ihn gibt es nur interessante Steine, erzählt ihm doch ein jeder eine, seine Geschichte. Vieles hat er auch uns erzählt, vom Alter der Kieslagerung, von ihrer Herkunft teils aus den Alpen, oder aus einem urzeitlichen Meer und ja, auch aus dem Ries, wo wir ja erst kürzlich unser Jahrestreffen hatten. Leider habe ich mir nicht viel von seinen faszinierenden Ausführungen merken können, es war, zumindest mir, zu heiß …

Um 11 Uhr trafen wir uns, 14 wackere Steinesucher, ausgerüstet mit H3- und Lecher-Antennen, Ruten und Pendeln, informiert mit den zu suchenden Grifflängen: 3,8; 4,0; 5,35; 6,5; 7,4; und drangen in Gebiete vor, die selten nur von "Unbefugten" betreten werden dürfen. Ein Kieswerk wie es viele gibt, mit Baggern, Schüttlastern, einem kleinen See von tiefblauer Farbe und Kies, sehr vielen Kieselsteinen. Darunter - so der Lockruf, wären Heilsteine. Und wer nicht gerade zufällig seinen Rucksack neben einen stellte, der laut rief "ICH, ICH" mußte nun mit mit seinem Lieblings-Werkzeug peilen, suchen, finden.

Irgendwie machte das Gerücht die Runde, im Wasser wären die schönsten, besten, größten - drum flugs den See angepeilt - und richtig, alle Heilfrequenzen waren da im Wasser … aber leider war niemand bereit, zu tauchen … aber mit ein wenig Nachdenken und Peilen, wo denn zu tauchen wäre, wenn, war auch klar, daß der gesamte See diese Frequenzen übertrug, sein Wasser war von den Heilsteinen "informiert" - und weiter ging es mit der Suche an Land.

gablingen2Nach anfänglichen Glückstreffern oder völliger Ratlosigkeit - "Wo um Himmels Willen fang´ ich nur an?" füllten sich doch plötzlich wie von Geisterhand die mitgebrachten Säcklein.

Manches Mal aber fand auch ein "schöner Stein" einfach so einen Liebhaber, manches mal sagte die mentale Testung oder die Testung mit Pendel und / oder Testobjekt, ja, ich bin ein Heilstein für Dich, aber die oben gennannten Frequenzen waren nicht da … hier wäre also noch Forschungsbedarf und Raum für neue Grifflängen!

Hübsch waren sie, die Kiesel, und frisch gewaschen leuchteten sie teilweise wie Edelsteine. Wolfgang Sturz, Mitarbeiter des Kieswerkes, brachte mit einem Schaufelbagger eine Palette typischer Fundsteine und der Geologe erklärte und erzählte, von Dingen, die sich in grauer Vorzeit zugetragen hatten - spannend, aber es war einfach zu heiß …

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Aber Hans Herbertz hat sich tatsächlich die Mühe gemacht, und seine spannenden Erklärungen auf Papier zusammengefasst, und so kann ich dennoch hier das Wichtigste wiedergegeben: Der vorgefundene Schotter, 10 Meter mächtig, wurde vor ca. 20 Mio. Jahren von der Donau aus seinem Ursprungsgebiet verfrachtet und kürzlich (vor 2 Mio. Jahren) von der Schmutter hierher verlagert.

Die teilweise bereits renaturierte Anlage liegt - ich zitiere: "paläogeographisch im Bereich der aus dem Trias beschriebenen vindelizischen Schwelle, welche als terrestrisches Hochland das Gebiet der alpinen Geosynklinale vom schwäbisch-bayerischen Jurameer abtrennt". Das besuchte Arial wird eingefasst von ca. 8 Meter hohen Kiessteilwänden, etwa 2 Meter des hier abgelagerten quartären Grobkieses liegen unter dem Grundwasserspiegel, der die beiden Seen dort füllt.

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Aber weshalb lassen sich hier "Heilsteine" finden? Wieso haben "schlichte" Kiesel, herausgesprengt von einem Meteor, der vor ca. 20 Mio. Jahren ca. 70 km entfernt das Nördlinger Ries schuf, oder von Frost, Wasser, Hitze aus ihrem Muttergestein herausgebrochene Steine, die später noch von Gletschern oder vom Transport durch Flüsse geformt wurden, überhaupt "Heilinformationen"?

Lassen sich die verschiedenen Muttergesteine den vorgefundenen "Heilfrequenzen" zuordnen? Zerstörung, Druck, geschliffen werden - und dies "mit sich geschehen lassen" aber dennoch Spuren des Ursprungs in sich tragen, macht dies ihre Qualität aus - aber warum hat diese dann nicht ein jeder Kiesel?

Wir wissen es nicht, aber auch hier können wir weiterforschen!gablingen9

Gute zwei Stunden nur waren wir in der Kiesgrube, dann forderte die Hitze ihren Tribut. Zwar hatten sich einige nach getaner Arbeit bereits in die Fluten dieses Heilwassers gestürzt und sich dabei erstaunlich regeneriert, trotzdem war der Ruf des nahegelegenen Biergartens nicht mehr überhörbar.

gablingen7Schön war der Ausklang dort, und wir werden versuchen, wieder einmal hierherzu-kommen, nicht nur zu Wasser und Schorle, sondern natürlich auch zum Heilsteinkieswerk!

Ein herzliches Dankeschön an Hans Herbertz für seine Ausführungen, schriftlich wie mündlich, an Herrn Thaler und Wolfgang Sturz für die Möglichkeit in dieser Grube zu arbeiten und an die beiden Organisatoren für diesen schönen Tag!